Überschwemmung in Rasuwa: Wie unser Partner Glory Society Nepal jetzt hilft

Am Morgen des 27. August traf eine gewaltige Flutwelle den Norden Nepals. Sie kam von der chinesischen Seite über die Grenze bei Syabrubesi im Distrikt Rasuwa und riss auf ihrem Weg durch das Flusstal ganze Dörfer, Schulen, Banken und Wohnhäuser mit sich.

Die Lage in den betroffenen Regionen ist weiterhin dramatisch. Ganze Dörfer und Teile von Städten sind zerstört, Menschen werden noch vermisst, viele Familien haben ihr Zuhause und nahezu ihren gesamten Besitz verloren. Besonders hart trifft es Kinder, ältere und kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderungen.

Unser langjähriger Partner Glory Society Nepal war innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Seit 2008 arbeiten wir mit Joshua, Elizabeth und Martha Khadka zusammen, unterstützt durch HCE Germany und Dr. Thomas Oehler; in dieser Zeit ging es um Bildung, Gesundheit, Unterkunft, Kleidung und Ernährung für Kinder und alte Menschen. Jetzt geht es zuerst ums nackte Überleben.

Die größte Hürde: überhaupt hinzukommen

Straßen und Transportwege sind teilweise zerstört oder unpassierbar. Die Helfer von GS Nepal tragen Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente und andere Hilfsgüter deshalb zu Fuß in die Katastrophengebiete – unter Bedingungen, bei denen es selbst für die Helfer kaum ausreichend Nahrung und sauberes Wasser gibt. Joshua schreibt uns dazu: „Unser Team geht zu Fuß durch die betroffenen Gebiete und trägt die Hilfsgüter. Selbst für sich haben sie kein Essen und kein Trinkwasser bekommen. Trotzdem leisten sie diese große Arbeit für die Flutopfer.“

Gleichzeitig unterstützt das Team gemeinsam mit der nepalesischen Polizei die Suche nach Vermissten und Toten und bringt besonders gefährdete Menschen – ältere Menschen, Kinder, Kranke, Menschen mit Behinderung – ins Rettungszentrum in Bidur, Nuwakot.

Erste Erfolge, so klein sie wirken

Ein Team von vier Personen brach mit dem auf, was gerade greifbar war. Lebensmittel, Wasser, Kleidung und Medikamente wurden verteilt, Menschen in Sicherheit gebracht und mit dem Nötigsten versorgt – dazu gehören auch Kochgeschirr, Betten, Kissen, Schuhe und Schulmaterialien. Inzwischen sind diese Vorräte aufgebraucht.

Besonders eindrücklich ist das Schicksal von vier Mädchen, die während der Flut in der Schule waren und dadurch überlebten. „Sie haben ihre Eltern, ihr Haus und alles verloren“, berichtet Joshua. Sie benötigen jetzt dringend Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Betten, Schuhe und Schulmaterial. Ähnliche Fälle gibt es in den betroffenen Gebieten viele.

Vom Überleben zurück ins Leben

Diese Beispiele zeigen: Die Hilfe kommt an und verbessert ganz konkret das Leben einzelner Menschen. Doch nach der akuten Nothilfe beginnt die noch größere Aufgabe. Menschen brauchen wieder ein Zuhause, Kinder müssen zurück in die Schule können, Familien benötigen eine langfristige Perspektive.

Sobald weitere finanzielle Unterstützung eintrifft, bricht ein zweites Team mit Hilfsgütern auf; danach soll der Wiederaufbau beginnen. Joshua und Elizabeth werden selbst in die Krisenregion fahren. Jeder noch so kleine Fortschritt zählt – aber der Weg vom Überleben zurück in ein selbstbestimmtes Leben wird lang sein.

Im Folgenden dokumentieren wir den Bericht von Glory Society Nepal.


Hier der Originalbrief übersetzt:
Glory Society Nepal

Liebe verehrte Spenderinnen und Spender, liebe Freunde,
Namaste (herzliche Grüße an Sie) von Joshua aus Nepal

Am 27. August gegen 8:45 Uhr traf eine gewaltige Flut Nepal von chinesischer Seite her an der nördlichen Grenze des Landes – bei Syabrubesi im Distrikt Rasuwa. Sie hat sämtliche Bauwerke der Dörfer, Städte, Ämter, Banken und Schulen im Flussgebiet weggerissen. Auch Tausende von Menschen wurden fortgerissen. Bislang wurden 1005 Tote geborgen. Tausende Menschen und Tiere werden noch vermisst. Sachwerte in Milliardenhöhe wurden zerstört. Tausende sind obdachlos geworden.
Die alten Menschen, kleine und größere Kinder, Menschen mit Behinderung, Kranke und Verletzte sitzen hungernd im Dunkeln unter freiem Himmel,
verstreut über das ganze Katastrophengebiet.
Sie haben nichts zu essen, keine Kleidung zum Anziehen, kein Trinkwasser, keine Medikamente und kein Dach über dem Kopf.

Das Flutgebiet wirkt vollkommen trostlos und erschreckend.

Die Überlebenden werden von großer Angst und der Sorge beherrscht, dass die Flut erneut zuschlagen könnte.
Sobald Glory Society Nepal von den Überschwemmungen erfuhr, wurde ein Team von vier Personen mit einer kleinen Menge Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete geschickt.
Unser Hilfsteam hat sämtliche Hilfsgüter, die es mitgebracht hatte, an die Menschen in größter Not verteilt.
Die mitgebrachten Hilfsgüter sind inzwischen aufgebraucht.

Nun unterstützt das Team die nepalesische Polizei bei der Suche und Bergung der Toten. Außerdem hilft es bei der Verteilung der staatlichen Hilfsgüter.

Sobald Glory Society Nepal finanzielle Unterstützung erhält, wird ein weiteres Team von vier Personen mit Hilfsgütern aufbrechen, um diese zu verteilen.
Nach der Verteilung der Hilfsgüter plant Glory Society Nepal, Wiederaufbauarbeiten durchzuführen.

All diese Arbeiten sollen mit der finanziellen Unterstützung von HCE Germany geleistet werden.
Seit 2008 haben wir mit der finanziellen Unterstützung von Dr. Thomas Oehler, dem Vorsitzenden von HCE Germany, Bildung, Gesundheitsversorgung, Unterkunft, Kleidung und Verpflegung für Kinder und alte Menschen bereitgestellt.

Wir bereiten uns außerdem darauf vor, die Arbeit in den Flutgebieten zügig aufzunehmen, sobald die finanzielle Unterstützung von HCE zur Verfügung steht.
Glory Society Nepal bittet alle Spender und Freunde inständig um Unterstützung. Jede Form der Hilfe ist willkommen.

Vielen herzlichen Dank. Möge Gott Sie reich segnen.
Mit besten Grüßen
Joshua, Elizabeth und Martha Khadka
Glory Society Nepal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert